Über Aobra

Aobra

Kurze Darstellung der Geschichte der Aobra Forschung

Von Prof. Dr. Richard Orland

Aobra ist eine Welt die so real ist wie unsere. Vieles ist uns vertraut, ebenso vieles ist uns fremd. Der größte Unterschied liegt darin, dass Gedanken in Aobra eine eigene Kraft haben, sie können dort Wirklichkeit werden und die Wirklichkeit verändern. Seit Jahrtausenden bemüht sich der Mensch die Geheimnisse von Aobra zu lüften, doch erst seit wenigen Jahrzehnten haben wir wirklich handfeste Fortschritte gemacht. Die Beziehungen zu den Bewohnern Aobras sind sehr unterschiedlich. Während viele Länder Besuche aus unserer Welt (in Aobra "Erdenwelt" genannt) verbieten, bestehen mit anderen Ländern intensive Kontakte und eine enge Zusammenarbeit.

1. Urzeit

Anzeichen für das Wissen über Aobra finden sich bereits in der Jungsteinzeit. Neben Höhlenmalereien und Gebrauchsgegenständen sind die in der damaligen Zeit hergestellten Steinkreise deutlichste Anzeichen für einen intensiven Kontakt der Menschen jener Zeit mit Aobra. Auch in den alten Hochkulturen Ägyptens, Mesopotamiens und der Indianer Mittel- und Südamerikas finden sich unwiderlegbare Hinweise auf deren Kenntnis von der Welt von Aobra.

Der damals herrschende Vielgötterglaube und die Akzeptanz von Naturgeistern kann vermutlich mit den zu dieser Zeit häufigen Besuchen aus Aobra erklärt werden. Aobra wurde als Heimat von Geistern und Göttern hingenommen, sozusagen als zweite Welt neben der Welt der Menschen.

Die Spur verliert sich ab der späten Bronzezeit. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Wissen über Aobra von einzelnen Personen oder Gruppen am Leben bewahrt wurde, historisch verwertbare Zeichen für eine das damalige Leben beeinflussende Auseinandersetzung mit dieser Welt wurden bislang nicht gefunden.

2. Mittelalter

Nachweisbare Auseinandersetzungen mit der Welt von Aobra finden sich erst im Mittelalter wieder. Die aufkommende Mystik, und die Suche nach der Welt des Geistigen öffneten die lange verschlossen gewesenen Tore nach Aobra. Diese Entdeckung war aber mit einer besorgniserregenden Erkenntnis verbunden. Der christliche Glaube ging von der Einmaligkeit des Menschen aus, und so drohte die Entdeckung Aobras diesen Glaubensgrundsatz in seinem Innersten zu erschüttern. Erkenntnisse über Aobra wurden daher zu Beginn als Folge wahnhafter Träume interpretiert. Schließlich wurde beschlossen Aobra als Wirklichkeit gewordene Fantasie des Menschen zu erklären. Diese Sichtweise führte zum so genannten "Kreanismus", eine inzwischen nur mehr vereinzelt vertretene Theorie, die Aobra als Schöpfung des menschlichen Geistes betrachtete und damit diese Welt auf die Funktion einer Kolonie und eines Rohstofflieferanten reduzierte. Vertreter dieser Theorie verhielten sich oft rücksichtslos gegenüber den Bewohnern Aobras, was schließlich zu einer Gegenreaktion in Form eines Fluches gegen alle Besucher aus der Erdenwelt führte, den sogenannten "Robbann". Länder aus Aobra schlossen sich zusammen und verbannten alle Robs aus ihren Gebieten. Berühmt wurde die Drachenparty von Norun im Jahre 1570 bei der 40 Mönche von Drachen gezwungen wurden, in das Meer von Nower zu springen.

Neben dem zur damaligen Zeit herrschenden Kreanismus entwickelte sich auf der Grundlage überlieferter Schriften die "Pandemonie", die die Welt von Aobra als eigene unabhängige Ebene ansieht und die danach strebt mit Respekt und Rücksicht Kultur und Gedankengut mit den Lebewesen von Aobra auszutauschen. Da diese Anschauung den Interessen der Vertreter des damals herrschenden Kreanismus zuwiderlief, waren Anhänger häufig unter dem Vorwand der Ketzerei Verfolgungen ausgesetzt die ihren Höhepunkt in den Hexenprozessen des späten Mittelalters erreichten.

3. Neuzeit

Die Drachenparty von Norun kennzeichnete den Beginn des Bannkrieges in Aobra. Für die Dauer von siebzig Jahren wüteten verheerende Schlachten. Hintergrund dieses Krieges war der Wunsch vieler Länder, sämtliche Menschen der Erdenwelt aus Aobra zu verbannen. Eine gewaltige Ansammlung von geistiger Energie sollte die Energieverbindungen zwischen Aobra und der Erdenwelt trennen. Diesem Vorhaben widersetzten sich viele Länder, zum Teil weil diese den Kontakt zu den Menschen der Erdenwelt befürworteten, zum Teil weil die Ansicht vertreten wurde, dass die Auflösung dieser Energiekreuze katastrophale Folgen haben könnte. 1640 gelang es den Befürwortern des Robbannes auf der Burg von Arten mit Hilfe eines Energieverstärkers in Form eines Kristalls ihr Vorhaben zu verwirklichen. Ein ungeheures Erdbeben erschütterte ganz Aobra und auch die Erdenwelt blieb davon nicht unverschont. Als Folge dieser Maßnahme wurden hunderte von Aobraportalen vernichtet.

Übrig blieben nur noch wenige Portale die Reisen nach Aobra möglich machten, und die Aobraforschung schlief ein. Die Aufklärung wandte sich dem Menschen als soziales Wesen zu, das Interesse am Mystischen verschwand. Das Konzil von Trient hatte schon Jahrzehnte zuvor eine klare Linie in Glaubensfragen vorgegeben, die keinen Raum für die Auseinandersetzung mit anderen Welten zuließ. Die Forschung verschwand von der Oberfläche. Geheimbünde wurden gegründet, die das Wissen pflegten und Kontakt zu den Ländern von Aobra suchten. Neben seriöser Forschung gab es aber auch eine Reihe von finsteren Verbindungen die sich in Aobra wenig Freunde schufen.

Erst im Jahr 1894 gelang es dem Mathematiker Hans von Berlingen mit der Universität von Kaar einen Kooperationsvertrag zu schließen. Mit diesem Vertrag in der Hand machte er sich daran in einem verlassenen Kloster auf dem Untersberg eine Universität zu gründen. Die Untersberguniversität war die erste Forschungseinrichtung, die sich ausschließlich mit Aobra beschäftigte und die auch in Zusammenarbeit mit einigen Ländern in Aobra und insbesondere der Welt von Kaar für eine grundlegende Ausbildung der Stundenten und späteren Robs sorgte. Weitere Universitäten folgten.

Die Forschung und der nunmehr möglich Austausch von Arbeiten und Ergebnissen brachten zutage, dass die im Zuge der Bannkriege vernichtet geglaubten Portale nur ihre Positionen verändert hatten, und so wurden Pläne angelegt und eine Reihe neuer Portale aufgespürt.

4. Heutiger Forschungsstand

Nach heute herrschender Ansicht werden Aobra und unsere Erdenwelt als Zwillingswelten angesehen. Beide sind gleichzeitig entstanden und insoweit voneinander abhängig, als die eine Welt der anderen als Ereignisausgleich dient. Dennoch sind es selbstständige Welten mit eigenen Naturgesetzen und eigenen Bewohnern denen mit gebührendem Respekt zu begegnen ist. Die Weitergabe dieser Geisteshaltung ist auch eines der wichtigsten Ziele der Aobrauniversitäten.

© 2005 Ferro Zeni
und Stefan Häsler